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Matthias Zimmermann 0

Die Zahl der in den Niederlanden in den letzten Monaten freigegebenen Nerze nähert sich einer Million. Und das wird noch einige Zeit so weitergehen. Etwas zum Nachdenken über den Welttiertag 2020. Nur für einen Moment. Denn wovon spreche ich eigentlich? Sicherlich ist das Leiden von Tieren kein Thema für medizinische Kontakte? Wäre es nicht besser gewesen, meinen Blog an eine Veterinärzeitschrift zu schicken?

Nein, denn es geht nicht nur um Nerze, sondern auch um Menschen. In den Niederlanden ist eine große Industrie entstanden: die Pelztierzucht. In der Vergangenheit hat sie bereits Proteste von Aktionsgruppen wie “Animal Rights” und “Fur for Animals” hervorgerufen. Das Töten von Tieren wegen ihres Fells war nicht erlaubt. Es gab in der Tat ein Gesetz, das das Ende der Industrie einläutete. Im Jahr 2024 müssten alle Nerzfarmen eingestellt werden. Dann kam covid-19 und alles wurde anders für diese Industrie. Kontaminierte Unternehmen werden nun sofort ausgemerzt. Und alle Betriebe müssen im Frühjahr 2021 schließen. Drastische Maßnahmen. Sind sie wirklich notwendig?

Um diese Frage zu beantworten, werde ich Ihnen erläutern, wer hier die Interessenvertreter sind. Die Züchter und ihre Familien, die Unternehmer, die professionellen Züchter und natürlich die Nerze.

Um mit letzterem zu beginnen: die Nerze. Es handelt sich um den amerikanischen Nerz, ein Fleischfresser aus der Familie der Marderiden (Mustelidae). Er kommt auch in der freien Natur vor, nachdem er aus Pelzfarmen geflohen ist, insbesondere nach der absichtlichen Freilassung durch Tieraktivisten. Der amerikanische Nerz ist eine exotische Art. Diese Art hat während ihrer Eroberung Europas der einheimischen Fauna großen Schaden zugefügt. Es ist keine ökologische Katastrophe, wenn dieser Nerz ganz verschwindet. Wenn die Tiere schnell und schmerzlos getötet werden, ist das doch akzeptabel, oder? Die Keulung erfolgt durch Vergasung. Sie werden in einen Sarg gelockt und fallen dann durch eine Luke in einen mit Kohlenmonoxid gefüllten Gaskasten. Innerhalb von zehn Sekunden sind sie tot. Dasselbe Verfahren wird bei der regulären Pelzproduktion angewandt, aber dann geht der Kadaver nicht in eine Tierkörperverwertungsanlage, sondern in eine Maschine, die ihn vom Fell befreit.

Für die Reibahlen ist es ihre übliche Arbeit. Clearing ist für sie Routine, ob Nerze, Schweine oder Geflügel. Sie liegen davon nicht wach.

Etwa 1600 Zuchtarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Das bedeutet Einkommensverlust und Unsicherheit sowie Gesundheitsprobleme, insbesondere psychische Probleme.1 Sie teilen ihr Leid mit vielen aus vielen anderen Branchen.

Für die 145 Unternehmer ist es eine regelrechte Katastrophe. Finanziell, trotz der Entschädigung, die sie von der Regierung erhalten, aber vor allem psychologisch. Natürlich haben sie die Duschen schon vor langer Zeit gesehen. Das nagte an ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden. Aber jetzt geht es schnell. Was die Züchter als ihr Lebenswerk betrachten, wird vollständig zerstört, oft innerhalb eines Tages. Und dann bedienen sie sich oft selbst bei der Keulung. Als ob sie ihre Tiere nicht loslassen könnten. Jeder Nerz, der durch die Luke fällt, schneidet ihre Seelen. Nerz um Nerz, ihre Farm wird abgerissen. Ein Trauma.