VORGESCHICHTE


Die Steinblöcke des Bildhauers Werner Ratering sind jedem in Erinnerung, der sie einmal gesehen hat: Wie Frage und Antwort verhalten sich Höhlung und Füllung zueinander. Jeder Stein ruft eine neue Situation hervor, auf die der Bildhauer ergänzend reagiert: Manchmal wächst die farbige Assemblage aus dem Stein heraus; manchmal hält die Farbform in den Räumen des Steins das Gleichgewicht manchmal stehen sich zwei Blöcke gegenüber und wachsen zusammen oder entfernen sich; manchmal spiegeln sich goldene Flächen ineinander und finden zu einer höheren Stufe des Zusammenseins.
Die Beschäftigung mit geomantischer Theorie (und Praxis), Reisen zu wichtigen Stationen der Megalithkultur und die Lektüre philosophischer Literatur haben Raterings Wahrnehmung für den Charakter von Orten, Steinen und Energiefeldern geprägt. Zu jeder Steinsetzung gehört daher die eingehende Überprüfung der natürlichen, geologischen und historischenden Vorgaben des Ortes.
Seit längerer Zeit ist für den in Havixbeck lebenden Künstler der Begriff des “Erratischen” von weiterführender Bedeutung. Das “Erratische” als das “Fehlerhafte”, Zerstreute”, Verirrte”; oder auch in geologischer Bedeutung: der vom Ursprungsort entfernte Gesteinsblock als urzeitlicher Findling sind Eckpunkte für die Beschreibung von Bildhauerthemen.